Jeder kennt das Phänomen: Die Sonnenblume dreht sich zur Sonne hin. Morgens zeigt ihr Blütenstand nach Osten und im Laufe des Tages folgt er der Sonne bis nach Westen. Das geht so lange, bis sich die Hauptblüte öffnet. Nun verhärtet der Stängel und die Sonnenblume bleibt nach Osten ausgerichtet. Fachleute nennen diese Eigenart Heliotropismus. Ursache ist, dass die Pflanzenzellen unterhalb der Knospe unterschiedlich wachsen, die einen schneller, die auf der gegenüberliegenden Seite langsamer. Im Ergebnis dreht sich die Pflanze.

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Sonnenblumen sind wahre Tausendsassas

Kein Wunder, dass die meisten Kinder so begeistert von Sonnenblumen sind. Man kann die blühenden Giganten nicht nur bewundern und ihren Duft genießen, sondern auch ihre Blütenblätter oder später ihre Samen sammeln, sich zwischen ihnen verstecken oder sie als Zollstock benutzen, um die eigene Größe abzuschätzen. Und sich wundern, wenn einem die sonnigen Blumen buchstäblich über den Kopf wachsen.

Aber nicht nur die Kleinen sind von der Sommerblume begeistert, auch die Erwachsenen schätzen den aufrechten und vor allem hohen Wuchs. Dabei muss man im eigenen Garten gar nicht auf Rekordjagd gehen, wie dies bei der Sonnenblume tatsächlich geschieht. Stattliche 8,03 Meter war die bisher höchste Sonnenblume der Welt. Aber uns reicht es meistens schon, wenn sie an einem nicht allzu windigen Standort die 2-Meter-Marke erreicht.

Die Sonnenblume ist eine der auffälligsten Sommerblumen. Ihr wissenschaftlicher Name Helianthus annuus ist eine Kombination aus Sonne (griech. helios) und Blume (griech. anthos). Besonders imposant ist sie, wenn sie in großer Zahl vorkommt. Auf manchem Sonnenblumenfeld wachsen an die 70.000 Stück.

 


Gigant im Bauerngarten

Im klassischen Bauerngarten steht die Sonnenblume am Rand und in den Ecken des Gartens. Dazwischen setzt man zum Beispiel die etwas kleineren, aber auch noch hohen Stockrosen und mittelgroße Pflanzen wie Bartfaden, Sonnenkraut, Bartnelken und Goldlack. Das ergibt ein buntes, sanft wiegendes Auf und Ab und einen wunderschönen, fröhlichen Rahmen für die Beete. Das hat sogar einen Zusatznutzen: Die hohen Sonnenblumen schützen nämlich die kleineren Pflanzennachbarn vor dem Wind. Natürlich kann man die Kinder-Spielecke genauso einrahmen. Besonders fröhlich wirkt es, wenn man verschieden große Sonnenblumen-Sorten in Reihen hintereinanderpflanzt.

Die Ur-Heimat der Sonnenblume liegt in Amerika, im Süden der USA. In Arizona und New Mexico fanden Archäologen Spuren aus der Zeit um 3000 v. Chr! Damit zählt sie zu den ältesten Kulturpflanzen und galt schon früh als Sinnbild für die Sonne.

 


Mit der Sonnenblume lässt sich allerhand anstellen

Dekorieren
Einige wenige große Sonnenblumen wirken prächtig in einer entsprechend großen Vase. Für einen Strauß in Gelb kombiniert man sie mit anderen gelb blühenden Pflanzen. Sie passen auch in bunte Sträuße, harmonieren mit Früchten und Gräsern. In einer edlen Vase wirken sie elegant, im Flechtkorb rustikal. Die Sonnenblume ist eben extrem vielseitig. Morgens geschnitten bleibt sie länger frisch, auch sollte man möglichst viele Blätter entfernen und den Stängel schräg anschneiden.

Genießen und Heilen
Die gelben Randblüten sind essbar; man kann sie gut in Salate mischen und mit ihnen Speisen dekorieren. Wie wäre es mit einem Tee aus den Blüten? Früher trank man ihn gerne bei Sommererkältungen. 1 gehäuften EL getrocknete Randblüten mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, durchseihen und mit Honig oder Sirup süßen. Einige Tropfen Sirup aus den Blüten peppen jedes Mineralwasser auf und verleihen Tees, Desserts oder dem Müsli eine blütig-herbe Note.

Sonnenblumen-Sirup selbst machen
Der Sirup ist recht einfach selbst zu machen: Hierzu die frischen gelben Blütenblätter in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und kurz aufkochen. Über Nacht ziehen lassen und abseihen. Zum Blütensaft die gleiche Menge Zucker zugeben sowie pro Liter Saft 20 g Zitronensäure und langsam zu Sirup einkochen. Abkühlen lassen und in verschließbare Flaschen abfüllen.

Massageöl
Ein Massageöl aus Sonnenblumenkernen hilft bei Prellungen, schmerzenden Gelenken, Muskelkater und Nackenverspannungen. Selbstverständlich kann man Sonnenblumenöl auch mit den Blüten mischen und auf diese Weise anreichern. Man füllt ein Schraubdeckelglas mit den gelben Randblüten, übergießt sie mit Sonnenblumenöl und stellt das Glas verschlossen in die Sonne. Regelmäßig umrühren. Nach etwa drei Wochen wird die Mischung gefiltert und das Öl in ein dunkles Glas umgefüllt.

Kerne knabbern
Geschält, gesalzen und geröstet mögen Kinder und Erwachsene die Kerne gerne als Knabberei für zwischendurch. Gesund sind sie sowieso. Sie enthalten hochwertige Fettsäuren, Mineralstoffe und große Mengen Vitamin B. Das hilft den Nerven und der Haut.

Vögel füttern
Auf jeden Fall sollte man Körner aufheben und zu Winterfutter für die Vögel aufbereiten. Man lässt 1 kg Pflanzenfett und etwas Speiseöl in einem Topf schmelzen, rührt in das flüssige Fett 1 kg Körner ein. Nach dem Abkühlen wird die Mischung in Form geknetet. Im Winter draußen am Futterhäuschen anbringen.


 
 


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